Fotoausstellung “ Typisch Harz “ in Wernigerode

Ausstellung Typisch Harz in Wernigerode

Fotoausstellung Typisch Harz

 

Unter diesem Thema präsentiert der Fotoclub Halberstadt, Bilder seiner letzt jährigen Ausstellung im Seniorenzentrum „Stadtfeld“ in Ausstellung Typisch Harz in WernigerodeWernigerode. Im Flur, zwischen Foyer und Wohngebäude, erregen die Bilder, die einen Querschnitt durch den Harz zeigen und dabei versuchen das Charakteristische des Gebirges wieder zu geben, viel Aufmerksamkeit und wecken bei so manchen Bewohnern tiefe Erinnerungen an fast vergessen geglaubte Tage. Eine Erfahrung, die für manchen Fotofreund neu ist. Ebenso neu für den Klub ist die Räumlichkeit. Dienten doch in den letzten Jahren unter anderem die Museen in Halberstadt und Thale, das Schloss in Blankenburg und Harzgerode, die Blasiikirche in Quedlinburg und das Landratsamt als Kulisse für die Präsentationen. Das die Ausstellung stark frequentiert werden wird, wurde schon beim Aufhängen der Bilder bewusst, denn immer stand irgendetwas dem Kommen und Gehen im Wege.

Bei der Vernissage, mit den Fotografen ins Gespräch gekommen, wurden auch einige Erinnerungen ausgetauscht. „Sagen sie bitte, wo ist das?“, fragte Hildegard  Schmitt Bewohnerin des Heimes. Auf dem Bild ist lediglich ein Empfangsgebäude der Harzer Schmalspurbahn und geheimnisvolle Lichtspuren zu sehen. Eben eine gekonnte Langzeitbelichtung, die selbst unsere gemächliche Bimmelbahn als Geisterzug erscheinen lässt. „Das ist der Bahnhof in Mägdesprung. Als im Selketal noch planmäßig mit Dampf gefahren wurde.“, war die Antwort aus dem Klub. „Ach ja“, sagte Hildegard, „das Selketal. Eine herrliche Gegend, aber wir, wissen Sie, waren früher, vor 1961 immer an den Wochenenden auf dem Brocken oder oben im Harz. Ach was waren das für Zeiten.“ So ging es dann auch weiter und natürlich galten dem lange Zeit gesperrten Grenzgebiet die meisten Erinnerungen. Die Berge mit ihrer schroffen Schönheit, Wanderungen durch die endlosen Wälder mit der ganzen Familie oder auch nur mit dem geliebten, längst verstorbenen Partner, ließen Vergangenes wach werden und trieben auch so manche Träne in die Augen. Was kann man sich als Aussteller schöneres vorstellen, als ein aufmerksames emotionales Publikum…

Für die Mitglieder des Fotoklubs, der in der Domstadt mit zu den ältesten Freizeitgruppen gehört, eine gänzlich neue Erfahrung. Von Walter Mahlke, nach dem Zweiten Weltkrieg mitbegründet, wurde er Heimstatt zahlreicher Fotoamateure. Viele ehemalige Mitglieder nutzten die damaligen Qualifizierungsmöglichkeiten der Volkskunstakademie in Magdeburg und beschickten zahlreiche Ausstellungen im In und Ausland. Werkstatttage mit namhaften Fotografen wie Dr. Eva Mahn und Klaus Ender sowie mit Unterstützung durch Ingenieure der ORWO Filmfabrik Wolfen, waren regelmäßige Höhepunkte im Klubleben. Auch nach der Wende, wenn gleich nicht mehr mit der großen Mitgliederzahl, arbeitet der Fotoklub aktiv weiter. So treffen sich die Fotofreunde regelmäßig einmal im Monat und diskutieren über   Fototechnik oder tauschen einfach nur Gedanken über fotografische Probleme aus. Dabei sind alle Veranstaltungen öffentlich. Der Fotoklub Halberstadt ist, mit seiner über 60jährigen wechselvollen Geschichte, eine bekannte und wichtige Einrichtung der Stadt und aus dem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken. Wer mehr über die Fotofreunde der Domstadt erfahren möchte, findet im Internet unter www.fotoclub-halberstadt.de nähere Information.